19.30 – 20.05* / 21.00 – 21.35 / 22.30 – 23.05

„Die Befristeten“ (oder „Der Zweifel“) von Elias Canetti

Würden Sie es vorziehen, den Zeitpunkt Ihres Todes schon vorab zu kennen, um bis dahin relativ unbeschwert zu leben? Oder wäre Ihnen ein offenes Schicksal mit Gefahren und Unwägbarkeiten lieber? Elias Canettis Theaterstück beleuchtet diese beiden Entscheidungsfragen. Die „Befristeten“ leben in einer gleichsam Orwell’schen Gesellschaft, in der den Menschen qua gesetzlichem „Kontrakt“ eine bestimmte Anzahl an Lebensjahren verbindlich zugeteilt wird. Die Menschen tragen keine Namen, sondern sind nach den zugewiesenen Lebensjahren (z.B. 12, 50) benannt, wobei der jeweilige Geburtstag zugleich dem Todesdatum entspricht. Die Lebensfrist ist also exakt bemessen und bekannt, festgehalten in einer Kapsel, die jeder Mensch um den Hals trägt. Die Menschen scheinen diese fatalistische Gesellschaftsordnung zu akzeptieren, trotz gewisser Einwände. Doch was geschieht, wenn das System der Befristung von Lebenszeit als machterhaltende Ideologie entlarvt wird und die Befristeten zu zweifeln beginnen?

Fotonachweis: Michael Meinhard (Die Befristeten)

Startervorstellung*

Bad Godesberg

Zentrifuge Bonn / ensemble déjà-vu

Godesberger Allee 70
53175 Bonn

Info

2013 gründen Schauspieler Steffen Fischer, der Dramaturg und Regisseur Achim Haag u.a. das „ensemble déjà-vu“. Die aktuellen Mitglieder blicken zurück auf langjährige Erfahrungen in der freien Theaterszene von Bonn und Hamburg. Ein minimalistisches Bühnenbild, eine dichte Handlung und eine psychologische Auslotung der einzelnen Figuren bestimmen die Inszenierungen des „ensemble déjà-vu“.

dejavu-bonn.de

zentrifugebonn.de

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